Warum?
27. June 2007
In der Form von News und Blogbeiträgen gibt es täglich eine unglaubliche Menge Kurzfutter auf dem Internet. Ausführliche Geschichten sind dagegen rar.
Das hat seine Richtigkeit, weil das körperliche Missbehagen beim unbequemen Lesen am Bildschirm in keiner Weise mit dem entspannenden Genuss beim Schmökern gedruckter Magazine und Bücher vergleichbar ist. Und so hält man die “Qual” mit Bedacht kurz und veröffentlicht im Internet nur kurze Passagen.
Und manch einer hütet sich wohl auch, seine besten (und längsten) Stücke freiwillig und gratis den Raubkopierern und Banausen des WWW zum Frass vorzuwerfen.
Und trotzdem halte halte ich dagegen. In der elektronischen Lawine von Kurzgehacktem, Auseinandergerissenem braucht es die Sinn stiftende, lange Erzählung. Und in der Flut des schon mal Gehörten, clichéhaft Wiederholten braucht es das Überraschende, das Ungewohnte, Befremdliche - kurz: die Reportage.
Ich freue mich, wenn sich immer mehr Reportagen auch auf dem Internet tummeln. Dabei interessieren selbstverständlich an vorderster Front die multimedialen und vernetzenden Möglichkeiten des Mediums. Aber auch “gewöhnliche”, linear erzählte Reportagen haben ihren Platz - und mit Podcasts auch eine neue, handliche Form der Verbreitung.
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