Umzug
20. January 2008
Neben mir türmen sich Kartonschachteln. “Büro”, “Fotos”, “Gold Standard”, “Küche - Schneidmasch.”, “Estrich”. Auf den geerbten Kisten vermischen sich die Beschriftungen von mindestens drei verschiedenen Umzügen. Unserer war wohl der kürzeste - rund achthundert Meter weit nach Osten. Kein Anlass für eine Reportage. Darum hier ein anderer Umzug.
Über tausend Menschen sind ab 2005 aus Otzenrath im nordrhein-westfählischen Braunkohlerevier nach Neu-Otzenrath umgezogen, rund viereinhalb Kilometer weit in nördlicher Richtung (wenn man Googles Geographie Glauben schenkt). Alt-Otzenrath wie es mittlerweilen heisst, “musste dem Tagebau weichen”.
Während das vollständig neu aus dem Boden gestampfte Neu-Otzenrath medial noch kaum dokumentiert ist (nur wenige aber eindrückliche Bilder), wurden über die letzten Monate dutzende von Reportagen über den immer einsameren und zerfallenden ursprüngliche Ort geschrieben, geknippst und gedreht.
Ein Beispiel ist die vierteilige Reportage von Marie van Bilk vom Herbst 2005. Es lebten damals noch “ungefähr 17 Menschen” in Otzenrath. Eine von ihnen ist Inge Broska, die ihr Haus kurzerhand zum Hausmuseum erklärt hatte:
“‘Damals haben wir mit ganz Vielen aus dem Dorf gegen den Tagebau gekämpft und es waren nahezu 95% dagegen und die gingen auch alle immer zu den Versammlungen [...]. Doch der Widerstand der bröckelte ab, nicht nur weil die Leute nicht mehr kämpfen wollten, sondern weil die einfach …vielleicht…’ Inge stoppt [...].”
Das minutiös aufgezeichnete Gespräch hat Längen aber auch einige Glanzlichter. Zum Thema Rekultivierung meint Inge Broska:
“‘[...] das Zurücknehmen durch die Natur ist [...] eine Sackgasse. Jetzt muss man auch sagen, dass diese Rekultivierung, wovon ja auch gesprochen wird, eine ganz ekelhafte und langweilige Sache ist. Das ist eine Monokultur aus aufgeschütteten Trümmern und Pappeln.’”
Oder zur Art, wie die Menschen Abschied nehmen:
“‘Meistens sind es Männer, die fotografieren und die Frauen sitzen im Auto und weinen. Das hab ich nicht nur einmal gesehen, bisher.’ [...] ‘Neulich hab ich gesehen, wie der Baggerführer seine eigene Wohnung abgerissen hat. Der hat sehr betreten geguckt, das muss ich schon sagen.’”
Einen Besuche mit der Kamera hat (unter zahlreichen anderen) Olaf Köster dem Ort abgestatten, den letzten im Januar 2007. Keine Gespräche, dafür genaue Beobachtungen.
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China von unten
17. December 2007
Nachdem Peter Haffner China letzthin im Westen suchte, bringt Lettre international in seiner neuesten Ausgabe drei Reportagen von Liao Yiwu, einem Lastwagenfahrer, Strassenmusikant, Schriftsteller, Reporter und immer wieder verhafteten Intellektuellen.
Liao Yiwu führt in den 1990er-Jahren unter dem Pseudonym “Lao Wei” 72 Gespräche mit “einfachen Menschen”. Bisher sind nur zwölf davon auf Französisch und einige wenige auf Englisch erschienen. Im April ist eine englische Buchausgabe geplant.
Die drei Texte im Lettre sind paraktisch komplett als Dialog verfasst. Im ersten besucht Liao Yiwu (ein “älterer Herr”, wie er sich selbst bezeichnet) ein “sogenanntes Pub”. Dort spricht ihn ein 18-jähriges “Fräulein” an:
“‘Mein Herr, ist hier noch frei?’
‘Bitte, wie Sie möchten.’
‘Ob ich mich setzen kann?’
‘Der Platz ist frei, setzen Sie sich!’
‘Das ist doch eine Ansage, dann setz’ ich mich halt. Bestellen Sie mir bitte eine Flasche Bier. Ich ein Jiashibo.’
‘Ich soll Ihnen ein Bier bestellen? Ich kenne Sie doch gar nicht.’
‘Du hast mich doch eingeladen, noch zehn Minuten, und wir sind alte Bekannte. Ich sehe nicht schlecht aus, bekäme sicher neun von zehn Punkten. Und wenn jemand wie du sich alleine in einer Diskobar umschaut, heißt das dann nicht, daß er ein hübsches Mädchen kennenlernen möchte?’”
In diesem Tempo geht der Dialog weiter. Das “Fräulein Hallo” - so der Titel der online nur als Auszug erhältlichen Geschichte - entpuppt sich übrigens nicht als Animierdame, nicht als Prostituierte.
“‘Ich bin vor dem Fernseher gross geworden. [...] Mit 15 wurde ich eins der Mädchen in den Coiffeur-Salons, ich habe viele Männer getroffen, doch mit denen ist es nie zu was gekommen [...] mit sechzehneinhalb, bin ich mit einem Mann zusammengezogen, weil die Miete für zwei ein wenig billiger war.’”
Im zweiten Text unterhält sich Liao Yiwu mit dem Klomanager Zhou Minggui, im dritten mit dem Tagelöhner Zhao Er. Die Menschen, die Liao Yiwu porträtiert leben elend, doch die Gespräche sind voller Witz und Ironie. Manchmal liegt es an einer heraufbeschworenen Erinnerung an bessere Zeiten, manchmal überrascht der Gesprächsverlauf.
Von der Form her handelt es sich trotz dem durchgehenden Dialog nicht um Interviews. Es sind weder Statements noch Einschätzungen oder Berichte von Ereignissen, die Liao Yiwu erfragt. Die Texte gehen eher als Porträts durch oder als Reportagen im Stil von Truman Capotes “Konversationsporträts”. Ich wünsche mir undbedingt mehr davon - hoffentlich übersetzt Hans Peter Hoffmann noch weitere Texte Liao Yiwus ins Deutsche.
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China liegt im Westen
3. December 2007
Peter Haffner fährt mit dem Containerschiff MSC Texas von Longbeach in Kalifornien durch den Pazifik nach Xiamen im Südosten Chinas. Die Überfahrt dauert zwei Wochen, in denen Haffner, Amerika-Korrespondent für das Magazin des Tagesanzeigers, 50 Zeitungsartikel über China liest, die er aus der New York Times ausgeschnitten hat.
Daneben parliert er mit dem Kapitän des Schiffs, “Master” Horst Trümper, mit dem ersten Offizier Udo Wölms, mit dem zweiten Offizier Elron Jiongco, mit Lars Hoffsommer dem vierten, mit Jefferson Patriarca, dem Steward und mit, Siegried Küter und Holger Wust, ihres Zeichens erster und zweiter Ingenieur. Die übrigen der 25 Männer zählenden Besatzung (Offiziere aus Deutschland, Mannschaft von den Filippinen) kommen nicht zu Wort. Auch nicht die “‘Kellergeister’, ‘Ölfüsse’ oder ‘Schwarzen’, wie sie im Jargon genannt werden”, die im Maschinenraum wirken.
Doch es wird allgemein nicht viel geredet auf der Reise “per Frachtschiff in die Zukunft“: Von 12′500 Wörtern (inkl. Teile II & III) sind gerade mal 68 direkte Rede. Dafür gibt es einige intensive Bilder. So das Ablegen von Oakland am frühen Morgen:
“Wie Scherenschnitte standen die Portalkrane vor dem Himmel, der am Horizont in Pastelltönen von orange und blau aufglühte. Das Ende der golden Gate Bridge, auf die wir zusteuerten, verschwand im Nebel, der träge von den Hügeln fingerte und in den ersten Sonnenstrahlen schimmerte wie Zuckerwatte. [...] Vor uns lag die grösste Wassermasse des Planeten, graugrün, stahlblau, endlos unter dem hellgrauen Himmel.”
Die Reise ist ein Ort der Reflexion, der Meditation: “Wie die Wüste und das ewige Eis wird auch der Ozean zum Spiegel der Seele; da muss man mit sich allein sein können.” Dieser Eindruck der Abgeklärtheit wird verstärkt durch die Vergangenheit als Erzählzeit und durch die grossen Luftbilder, die jede Folge in der gedruckten Ausgabe eröffnen (je eine Aufnahme der Hafenanlagen von Long Beach, von einem Containerschiff auf grosser tükisblauer Fläche und vom Hafen Hongkongs).
Die einheitliche, sachliche Perspektive der Luftbilder suggeriert Objektivität, veranschaulicht die einebnende Globalisierung, um die es eigentlich in dem Artikel geht. Seine Zeitungslektüre führt Haffner zum Schluss, dass “das amerikanische Jahrhundert wirklich zu Ende gegangen ist und das chinesische begonnen hat.”
Und auch die anschliessende Reise nach Shanghai bestärkt ihn in diesem Schluss:
“Wie ich mit all diesen Studenten redete, wurde mir klar, wie stark das Gefühl in China ist, eine Renaissance der Geschichte zu erleben – die Rückkehr zu historischer Grösse.”
Europa - so Haffners Analyse - habe eben erst begonnen, China überhaupt wahrzunehmen. Haffner hingegen lebt in Kalifornien, im Goldenen Westen, dort “wo vom Computer über die Fitnessmoden bis zum Web 2.0 die Zukunft immer wieder neu erfunden” wird. Und dort spürt man, dass weiter im Westen, am anderen Ende des Pazifiks “China aus dem Windschatten der Weltgeschichte in deren Zentrum rückt.”
Uns dies mitzuteilen ist Haffners Ziel. Und er tut dies auf eine suggestive, eindringliche Art. Der Artikel ist mit langen Faktenblöcken durchsetzt - mindestens 50% - doch sind diese so elegant eingefädelt, dass man sie in einem Zug herunter schluckt. Sie sind auch leicht verdaulich, da sie ausnahmslos glatt ins Schema vom chinesischen Überholmanöver hineinpassen.
Die Reise selbst ist dagegen mehr eine Inszenierung als dass sie Gegenstand der Analyse wäre. Die Episoden sind knapp gehalten, gewürzt mit Witz, Abenteuer und Erotik. Etwas gar plump sind die beiden Kliffhänger, die jeweils bis zur nächsten Folge in einer Woche die Spannung aufrecht erhalten sollen:
“Schliesslich fragte sie [eine ältere Dame in einem kalifornischen Gesundheitszentrum] mich, ob ich beabsichtige, in China Sex zu haben. Es war, wie sich herausstellen sollte, eine sehr vernünftige Frage.” (von Teil I zu Teil II)
“Dann kam ein halbes Dutzend Mädchen in einem nagelneuen Kleinbus angefahren; junge Dinger mit tiefsitzenden Jeans…’I can change clothes for you!’” (von Teil II zu Teil III)
Ganz distinguiert und gleichzeitig begeisternd dagegen der Schluss:
“Den letzten Tag vor der Rückkehr nach Kalifornien verbracht ich im Shanghai Art Museum. Es zeigte eine Werkschau von Chen Jialing. [...] Die Bilder atmeten jene meditative Stille, wie man sie in den Gemälden eines Mark Rothko findet. [...] Wenn die Kunst eines fremden Landes einen so zu bezaubern vermag, dachte ich, hat das Land als Ganzes gewonnen. [...] Ich dachte an meine jungen Freunde [...]. Sie hatten recht, es war Zeit, Chinesisch zu lernen - die Sprache der Neuen Welt.”
Ich kann nicht leugnen, dass ich Peter Haffners Reportage mit Vergnügen gelesen habe. Trotzdem möchte ich nicht unbedingt mehr davon. Ich verdanke Haffner keine neuen Einsichten. Er ist nicht von Kalifornien nach China gefahren, um genau hinzuschauen, mir dem Leser die Augen zu öffnen. Er hat vielmehr inszeniert, was vom Schreibtisch aus schon gewusst werden konnte.
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Die Schach-Uni am Dupont-Kreisel
18. November 2007
Ende September 2007 erschien im Wasington Post Magazin ein Porträt über Tom Murphy, einen obdachlosen Schachexperten (trotz seines unsteten Lebenswandel trennen ihn nur 108 Punkte von der magischen Grenze von 2200 Punkten, die zum Tragen des Titels eines Schachmeisters berechtigen).
Murphy’s Heimat ist der Dupont-Kreisel in Washington, D.C., wo auf zehn Betontischen und -bänken im Freien Schach gespielt wird.
Der Autor Wells Tower besucht Murphy über Wochen in Washington, reist mit ihm nach New York an ein Schachturnier im Marshall Chess Club und ans World Open in der Nähe von Philadelphia. Der Artikel ist hervorragend.
Das hat sich vermutlich auch Uwe Schmitt, Amerika-Koresondent der Welt gedacht und am 12. November 2007 mit “Das Genie von der Strasse” nachgezogen. Drei Wochen nach dem Artikel in der Post stöbert er Murhpy am Dupont-Kreisel auf, sammelt eine Handvoll Zitate, vermischt sie mit ein paar Betrachtungen über Schach und Hollywood (ohne jeden Zusammenhang) und fasst im weiteren den Artikel von Wells Tower zusammen. Sein einziger Verdienst ist, mich auf das Original gebracht zu haben.
“The Days and Knights of Tom Murphy” hingegen ist nicht nur gut recherchiert und beobachtet, es zeigt Schach auch als soziales Phänomen. So etwa der Hinweis auf den plötzlichen Hipe nach dem Sieg von Bobby Fischer über den Russen Boris Spassky von 1972 (stilisiert zum ‘Wettkampf der Systeme’). Das wachsende Interesse bei den Afroamerikanern bis zum ersten schwarzen Grossmeister Maurice Ashley. Sein Potenzial Klassengrenzen aufzubrechen, wie in diesem Ausschnitt:
“With night coming on, Murphy made his way north to a brownstone on West 10th Street, home of the Marshall Chess Club, where the tournament was taking place. Upstairs, players sat at red leather benches, hunched intently over pre-tournament scrimmages. The Marshall had the comforting aroma of an old library. A venerable, lacquered chess table sat before the fireplace. ‘Bobby Fischer played the Capablanca Memorial Tournament on this table,’ read the inscription. Above the mantel hung a framed series of portraits of the Marshall’s members from 1922, which included the surrealist painter Marcel Duchamp. ‘A lot of history here,’ Murphy mused.
All sorts of people were on hand for the tournament: kids who were so small they looked as if they were drowning in their clothes; gawky teenagers with glinting braces; elderly balding men who looked like chicken magnate Frank Perdue; and elderly bespectacled men who looked like Noam Chomsky. Women and girls were at a minimum — two, by my count, in a crowd of 50 or so. Three African Americans had turned out, including Murphy, who was clearly the only street hustler in the house.”
Oder man fiebert mit Murphy mit, wie er einen arroganten Teenager bezwingt. Unbedingt empfehlenswert!
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Uigurische Odyssee
17. November 2007
Erwin Koch erzählt im Magazin des Tagesanzeigers die Geschichte von fünf Uiguren:
- Abu Bakr Qassim, Sattler aus der Stadt Gulja
- Adel Abdulhekim, Händler aus Gulja
- Akdhar Qasem Basit aus Gulja
- Ahmed Adil aus Kashgar
- Ayub Haji Mohammed aus Kashgar
Niemandsmenschen lautet der merkwürdige Titel. Man denkt Niemandsland. Und so sieht es auf einigen der Bilder aus, die Philippe Dudouit in einer albanischen Kaserne gemacht hat. Entwurzelt, so wirken die Gesprächsfetzen dieser Reportage. Der erste kommt überraschend nach den ersten zwei Sätzen, die erzählen, dass der Uigure Abu Bakr seine schwangere Frau zurücklässt:
“Wann?, fragt sie.
Bald, sagt er, 31 Jahre alt, und geht.”
Man hat Mühe sich zu orientieren, in dieser Geschichte. Daran sind die vielen Namen schuld, die vielen Stränge, die vielen Orte. Und die Tatsache, dass die Gesprächssituation selbst völlig ausgeblendet ist. Man kann nur vermuten, dass das Gespräch - oder sind es fünf einzelne Gespräche? - irgendwann im Sommer 2007 in Babru, Albanien stattgefunden hat.
Dieser Dialog soll in Torbaz, Kirgisien stattgefunden haben, zwischen Abu Bakr und einem Landsmann:
“Meine früheste Erinnerung [...] ist, dass ich als Kind immer nur alte Kleider trug, weil wir kein Geld hatten. Ich trug Kleider mit Löchern bis 1985, als ich in der Lederfabrik der Chinesen zu arbeiten begann.
Und meine früheste Erinnerung, erzählt Adel[...], ist, dass ich mich, auf der Suche nach Schafen, in den Bergen verirrte, drei Tage lang, und dabei fast erfroren bin.”
Das Gespräch wird unterbrochen von Abu Bakrs Frau:
“Zwillinge!, zwei Knaben!”
Dann erzählt Abu Bakr weiter - ob seinem Landsmann oder dem Reporter, man weiss es nicht genau:
“Meinen Vater [...] schlossen die Chinesen zwei Jahre lang ins Gefängnis, weil sie ihn beim Beten erwischten. Sie hängten ihn an die Decke, machten Feuer unter seinen Füssen.”
Man tut dem Text Gewalt an, ihn so auseinanderzustückeln. Dies vor allem, weil er in Kochs fast liturgischem Stil geschrieben ist. Rhythmisch, mit absichtsvoll gesetzten Schnitten. Hier trotzdem kurz die weitere Handlung:
Als Folge des Versuchs, in die Türkei zu gelangen, überqueren die beiden Uiguren am 26. Juli 2001 die Grenze nach Afganistan, reisen weiter in ein Dorf, in dem nur Uiguren leben, “am Fuss einiger Berge, die Tora Bora heissen”.
Dort treffen die beiden auf Akdhar Qasem Basit aus Gulja und Ahmed Adil aus Kashgar.
Am 11. oder 12. Oktober 2001 wird die Gruppe von insgesamt 30 Männern von amerikanischen Bomben getroffen. Es überleben 17.
Es schliesst sich ihnen der fünfte Schicksalsgenosse, Ayub Haji Mohammed an.
“Ich bin [...] auf dem Weg nach Amerika, um dort Arzt zu werden. In Pakistan sagten sie mir, besser, du gehst nach Afghanistan.”
Nach dem Bombenangriff irren die Überlebenden durch Kälte und Schnee, landen schliesslich wieder in Pakistan, wo sie sich aus Angst vor einer Auslieferung an China als Usbeken ausgeben und schliesslich für 5000 Dollar an die Amerikaner verkauft werden. Man bringt sie zurück nach Afganistan:
“Wer wir wirklich sind, verraten wir nur den Amerikanern, flüstert Abu Bakr.” (Denn: “Wir sind Uiguren, Freunde Amerikas, weil Feinde der Chinesen”).
“Über dem Gefängnis weht die Fahne der USA.
Unsere Rettung, sagt Abu Bakr.
Sprichst du Englisch?
Nein.
Warum sprichst du kein Englisch, du Hurensohn?
Wir sind Uiguren, geflohen aus China, wir sind keine Terroristen, wir lieben Amerika, wir sind auf eurer Seite.
Ich bin auf dem Weg nach Amerika, weint Ayub, der Jüngste, um dort Arzt zu werden.
Nach Amerika wirst du kommen, lacht ein Soldat.”
Sie kommen bis Guantanamo. Dort werden sie verhört:
“Denkst du, die Welt wäre besser, wenn sie islamisch wäre?
Nein.”
Demütigungen:
“Ein Soldat schenkt Ayub, dem Jüngsten, einen Apfel, Ayub trägt ihn in den Käfig, ein Wärter findet den Apfel, am Apfel fehlt der Stiel. Wo ist der Stiel?, schreit der Wärter.
Wo ist der Stiel, du Hurensohn, was hast du gottverdammt mit dem Stiel gemacht, wo hast du den Stiel versteckt?
Achtundzwanzig Tage Einzelhaft.”
Man erkennt ihre Unschuld:
Ein Rechtsanwalt aus Boston [...] darf Abu Bakr und Adel besuchen, [...er] trifft sie in einer Sperrholzhütte ohne Fenster, Hände und Füsse an einen Bolzen gekettet, der tief im Boden steckt. Der Anwalt, fast zufällig, erfährt, dass die beiden von allen Vorwürfen längst befreit sind, keiner hat es den Uiguren je gesagt. [...] Abu Bakr ruft seine Frau an, er weiss nichts zu reden, sie weint. Die Zwillinge sind fünf Jahre alt.”
Kein Land will die Uiguren aufnehmen. Schliesslich erteilt Albaniens Ministerpräsident Berisha die Einreiseerlaubnis. Am Rand von Tirana werden die Uiguren in einer alten Kaserne untergebracht.
“Einmal tritt ein Vertreter des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen UNHCR in den Hof und fragt, wie es gehe.
Wir sterben aus Langeweile.
Dafür ist Albanien zuständig, sagt der Mann.”
Es gibt keine Entschuldigung, keine Wiedergutmachung, keine Unterstützung. Es ist ein Skandal.
Trotzdem zielt Erwin Kochs Reportage nicht auf Empörung. Roger Willemsens “Hier spricht Guantánamo” hat mich viel wütender gemacht. Vielleicht liegt es daran, dass ich da noch unwissender war.
“Niemandsmenschen” lässt einem mit dem Wunsch zurück, diesen Menschen zu helfen. Das hat Human Rights Watch getan (dort heisst Adel Abdulhekim offenbar “Abel Abdu al´Hakim”) und man kann die Organisation finanziell unterstützen.
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Norman Mailer gestorben
12. November 2007
Norman Mailer war nicht nur ein bedeutender und engagierter amerikanischer Schriftsteller, er ist auch Autor verschiedener Reportagen. Die berühmteste, “The Armies of the Night“, ist eine autobiographische Erzählung in der dritten Person und handelt von einem der grössten Protestmärsche gegen den Vietnam-Krieg, den sogenannten Marsch aufs Pentagon im Oktober 1967 (Textpassage in: Ann Charters, The Portable Sixties Reader, 2003).
Norman Mailers Reportagen gehören zusammen mit Arbeiten von Truman Capote, Hunter S. Thompson, Tom Wolfe und anderen zum Grundstock des New Journalism.
Norman Mailer ist am 10. November 2007 in New York gestorben. Er war 84 Jahre alt.
Nachrufe in der Süddeutschen und in der New York Times.
Ausschnitt aus “The Fight” (pdf) in der NYT vom 3. August 1975.
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Urlaub im Iran
3. November 2007
Sonja Zekri hat vierzehn Tage Urlaub gemacht im Iran. Dabei hat sie gleich auch noch eine Reise-Reportage geschrieben: Jenseits von Mullah-City: Als Frau durch Iran:
“Doch, es gibt einen Moment, in dem man froh über das Kopftuch ist. Es sind 48 Grad zu Füßen von Tschora Sanbil, dem stummelartigen Überbleibsel einer 3250 Jahre alten mesopotamischen Stufenpyramide [...]. Am Morgen, in den Ruinen von Schusch, kam die Hitze von oben.
Jetzt am Nachmittag strahlt sie von allen Seiten. Jeder Halm, jedes Staubkorn glüht, und die Luft atmet sich wie flüssiges Blei.
Ja, in diesem Moment sind wir froh über das Kopftuch [...].
Den Rest der Zeit ist der Hidschab das, was man vermutet: Der Kompromiss, den eine Touristin eingeht, um ein Land zu besuchen, dessen Ideologie reisende Frauen ohne männliche Verwandte eigentlich nicht vorsieht [...].”
Damit ist der Rahmen gesetzt für den Bericht über eine zufällige Reise zwischen Schusch, Yazd, Schiras, Bischapur, Isfahan, Qom (die exakte Reihenfolge ist unwichtig und hat sich mir nicht erschlossen). Sonja Zekri spielt mit Klischees vom Iran (repressiv, gefährlich, diskriminierend, lustfeindlich) und kratzt an deren Oberfläche:
“Boxenstop in Bischapur, einer Ruinenstadt in einem Flusstal. [...] Unten, am Ufer, herrscht Camping-Stimmung. Die Jugend tobt im Wasser, die Mädchen baden in Hose und Bluse, die nass mehr enthüllen als sie verbergen, über einem Leitungsrohr hängt ein Kopftuch.”
“Auf dem Dach [...] drängeln sich die jungen Leute auf den bettartigen Riesensofas. Die Mädchen rauchen Wasserpfeife. Im ersten Stock spielt eine Blondine Billard.”
“Der Fahrer hatte mit den Mullahs noch nie etwas im Sinn und schätzt ein kühles Bier, obwohl das eine umständliche Sache ist.”
“In Isfahan kann man Safran-Eis essen und von eleganten Brücken zusehen, wie sich die Jugend in schwimmenden Schwänen Seeschlachten liefert. [...] Plötzlich taucht aus dem Nichts eine Verschleierte auf und weist Frauen mit einem glatten Lächeln auf verrutschte Kopftücher hin. [...] Dann spuckt die Kulisse dieses Sommerabends eine zweite Verschleierte aus, schließlich einen Polizisten, der betreten guckt. Ein paar Worte werden gewechselt, dann führt er die Mädchen ab, flankiert von den Frauen wie von schwarzen Krähen.”
Oder diese Stelle über das erzkonservative Qom, die “Mullah-City”. Ali Abdi und seine Freundin Niuscha sammeln Unterschriften:
“Die Kampagne will die haarsträubendsten Gesetze ändern: dass das Schmerzensgeld für Frauen nur halb so hoch ist wie jenes für Männer; dass die Aussagen von Frauen vor Gericht nur halb so viel zählen wie jene von Männern; dass Mädchen ab 13 Jahren verheiratet werden dürfen; das Scheidungsrecht; die Polygamie. ‘400 Frauen und Männer sammeln seit einem Jahr Unterschriften’, sagt Ali Abdi, ‘unser Ziel ist eine Million.’ Wie viele haben Sie bis jetzt? - ‘Die genaue Zahl ist ein Geheimnis.’ - Sind Sie nah dran? - ‘Nein.’” (mehr dazu bei Wikipedia)
Diese Episode gegen Ende des Artikels lässt fast vergessen, dass man hier eine Journalistin im Urlaub begleitet. Diesen Umstand mach erst der Schluss etwas abrupt wieder deutlich:
“Aber nichts, was man aus dem Iran mitnehmen kann, ist so verwirrend wie das Gefühl, sich gut erholt zu haben.”
Hmm, so könnte man sich doch eigentlich guten Bürgerjournalismus vorstellen. Journalismus gewissermassen im Nebenjob. Das ist keine Herabwürdigung Sonja Zekris Arbeit, im Gegenteil (einige Plattitüden verzeiht man: “die Ziegel des Ziggurat würden schmelzen, wenn sie könnten”, “Auf den ersten Blick passt vieles nicht zusammen in Iran. Auf den zweiten auch nicht.”).
Mehr über den Iran: Steinigung im Iran
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Egon Erwin Kisch Preis 2008
2. November 2007
Der Stern und das Verlagshaus Gruner + Jahr teilen mit, dass der Wettbewerb für den Henri Nannen Preis 2008 eröffnet sei. Der Preis wird in fünf Kategorien verliehen, darunter auch für die beste Reportage. Bis 2005 hiess dieser noch Egon Erwin Kisch Preis, was ich eigentlich sympathischer finde. Verliehen wird er - so die Ankündigung - am 9. Mai 2008 im Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, zu gewinnen gibt es 5′000 Euro.
“Bis zum 15. Januar 2008 können” - so die Medienmitteilung weiter - “Journalisten und Leser Texte und Fotostrecken einreichen, die im Jahr 2007 in deutschsprachigen Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht worden sind.”
Diese Einladung an die Leserschaft ist ja löblich - allerdings sind die Hürden leider ziemlich hoch:
- Das Anmeldeformular gibt es nur als Download (pdf oder rtf). Einmal ausgefüllt muss man es per Post nach Hamburg schicken. Wie wär’s mit einem Online-Formular?
- Zusammen mit dem ausgedruckten und ausgefüllten Formular muss man den Originalartikel einschicken. Kein Problem, ich habe ja immer eine Reserve vorrätig…
- “Zusätzlich bitte sechs Ausfertigungen des veröffentlichten Textes (möglichst ohne Fotos) einreichen”. Kein Kommentar.
- Jetzt muss ich nur noch Namen, Vornamen, Strasse, Postleitzahl, Ort, Telefon, Fax - und ach wie modern - Email - nicht meiner selbst, nein, des Autors eintragen.
Ja, ich glaube die wollen wirklich unbedingt meine Meinung erfahren. Oder etwa doch nicht?
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Blaue Augen in Mügeln
29. October 2007
Am 19. August 2007 kommt es im sächsischen Mügeln zu einer Schlägerei. Acht Inder werden von einem aggressiven Mob verfolgt. Rechtsextreme rufen “Ausländer raus” und auch “Hier regiert der nationale Widerstand”. Kai Biermann schreibt in der Zeit kurz darauf eine Reportage. Im Oktober 2007 war Biermann abermals in Mügeln, zusammen mit der Antirassismus-Trainerin Manuela Ritz. Titel dieser Reportage: “Wer schweigt, scheint zuzustimmen“.
Formal ist der Text keine Glanzleistung. Es gibt nur zwei Szenen: eine als Einstieg (Manuela Ritz steht vor dem Mügelner Kinderheim, in das ihre Mutter sie einst eingeliefert hatte) und eine halbe als es darum geht, das Antirassismustraining zu beschreiben. Die aus Amerika übernommene Methode heisst blue-eyed und funktionerte im konkreten Fall so:
Die Klasse 9a der Goethe-Schule wird in Blauaugen und Braunaugen eingeteilt, wobei die Braunaugen Privilegien geniessen, die Blauaugen dagegen von den drei erwachsenen Trainern willkürlich diskriminiert und getrietzt werden. Die Braunaugen dürfen mitmachen, zuschauen oder sich für ihre Mitschüler wehren. Am Schluss werden die Erfahrungen von Diskriminierten und Privilegierten besprochen.
Der Text hat nur eine echte Protagonistin (Manuela Ritz), die nur oberflächlich porträtiert wird (eine gute Beobachtung, die aber nicht als Gegenbeweis genügt: “Sie geht durch die Straßen, eine kleine, aufrechte Frau mit stacheligen Dreadlocks und geradem Blick”).
Trotzdem ist “Wer schweigt, scheint zuzustimmen” eine lohnende Reportage. Hervorragend gefällt mir Kai Biermanns Herangehensweise. Ein Thema wurde in den nationalen Medien hundertfach breitgeschlagen (hier nur die Ergebnisse auf Spiegel Online). Das tönte ungefähr so:
“Unter Nazi-Parolen soll ein rasender Mob am Wochenende acht Inder durch das sächsische Mügeln gehetzt haben”
“‘Die Inder haben angefangen’, sagt Nils Zahsowk, 20, Vorsitzender des Mügelner Jugendclubs.”
“Die Behörden in Mügeln hatten Hinweise, dass Neonazis das Volksfest besuchen wollten.”
“Die Angriffe auf acht ihrer Landsleute im sächsischen Mügeln haben viele Inder beunruhigt.”
“Knapp zwei Wochen nach der Hetzjagd auf acht Inder im sächsischen Mügeln ermittelt die Staatsanwaltschaft inzwischen gegen zwölf Tatverdächtige.”
“Mehr als hundert Zeugen haben sie vernommen - doch noch immer haben die Ermittler kein klares Bild, warum das Stadtfest in Mügeln vor rund einem Monat in einem Gewaltexzess endete.”
“Zwei Monate nach den Übergriffen auf acht Inder im sächsischen Mügeln hat die Staatsanwaltschaft Leipzig zwei Männer angeklagt.”
Die Berichte gehen reihum zur Polizei, zu Augenzeugen, zum Bürgermeister, zu den Opfern, den Tätern, der Staatsanwaltschaft, zu den gewöhnlichen Bürgern, etc.
Und endlich kommt nun einer, der versucht zu den Ursachen vorzustossen und vielleicht sogar eine Therapie zu insinuieren (über dieses Thema gibt es bei der Zeit eine lange Diskussion). Und er tut das nicht abstrakt mit Expertenwissen, sondern vor Ort. Mit einer selbst von Rassismus Betroffenen (Manuela Ritz’ Vater ein kenianischer Austauschstudent).
Engagierter Journalismus, den ich gerne lese.
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Der Schuh einer Frau
19. October 2007
Hansjörg Schertenleib porträtiert im Magazin des Zürcher Tagesanzeigers einen Schuh-Fetischisten. Um es gleich vorweg zu nehmen: “Der Mann, dem die Welt zu Füssen liegt“, wie der Titel genau verkehrt herum für den Artikel wirbt, dieser Mann bleibt merkwürdig unfassbar. Vielleicht ist das gewollt, bewusste Anonymisierung:
“Nein, ich werde Andreas H. nicht beschreiben. Er möchte nicht fotografiert werden, warum sollte er sich da beschreiben lassen? Er sieht aus wie tausend andere Männer seines Alters [vierzig, höchstens fünfzig] auch. Er ist ein Jedermann.”
Oder Schertenleib hat Hemmungen näher hinzusehen:
“[Er ist ein] Mann, der als Besitzer einer kleinen Druckerei vorbildlich funktioniert und durch nichts auffällt, ein Mann, in dem gleichzeitig aber ein anderer Mann auf seine Befreiung wartet [...].”
“‘Manchmal fürchte ich, dass mich meine Obsession irgendwann dazu bringt, richtig zu entgleisen.’ Was er mit ‘richtig entgleisen’ meine, frage ich. ‘Das ist es ja, was mir Angst macht: dass ich nicht weiss, was das heisst, richtig entgleisen.’”
Die Gewöhnlichkeit, die Schertenleib so herausstreicht und aus der Andreas H.’s obsessives Verhalten ausbricht, bleibt für mich abstrakt. Die Obsession ihrerseits ist und bleibt mir fremd. Ich kann mir kein Bild machen von diesem Andreas H., was bei einem Porträt einigermassen fatal ist. Es findet keine Identifikation statt. Was übrig bleibt ist die Lust an der Sensation. Die Technik, wenn man dem so sagen will, erinnert mich an das Verfahren, mit dem man am Fernsehen den Umriss von Interiewpartnern nur ganz grob gepixelt wiedergibt. Gleiche Parallele bezüglich Rezeption.
Eine Ausnahme ist diese kurze Anekdote:
“‘Als Kinder haben mein Bruder und ich jeden Mittwoch und jeden Samstag gebadet. Danach durften wir uns zu unserer Mutter ins Elternbett legen, und sie hat uns Geschichten vorgelesen. Mein Bruder hat sich in ihren Arm geschmiegt, ich rollte mich zu ihren Füssen zusammen. Ich erinnere mich, dass ich meine Augen nicht von ihren Füssen lassen konnte und sie angefasst und gestreichelt und dabei sexuelle Lust empfunden habe.’”
Um diese Distanziertheit zu vermeiden und gleichwohl die Anonymität des Fetischisten zu schützen, hätte Schertenleib näher an dessen Sprache dran bleiben müssen, z.B. mit Dialogen. Oder er hätte den Ort, an dem Andreas H. die Objekte seiner Begierde aufbewahrt genauer beschreiben können:
“Andreas H. hat die Mansarde mit deckenhohen Regalen ausgestattet, auf denen er seine riesige Schuhsammlung aufgebaut hat, Schuh neben Schuh, mit dem Lineal ausgerichtet, ‘geordnet nach Höhe der Absätze, ohne auf Material, Farbe oder Schuhtyp Rücksicht zu nehmen’. Bis auf die Regale mit den Schuhen und eine Matratze ist das Zimmer, das noch niemand anders betreten hat denn er selbst, leer.
Das ist alles an Beschreibung. Keine Details, keine Gerüche, Geräusche, nichts. Es scheint, dass Schertenleib sich nicht selbst in dieser Mansarde aufgehalten hat und sie sich auch nicht genauer hat beschreiben lassen.
Hansjörg Schertenleib hat viele Bücher geschrieben (von denen ich keines gelesen habe). Ich bin mir sicher, dass er die Techniken beherrscht, mit denen man aus dem Bericht über Andreas H. ein echtes Porträt, eine Reportage hätte machen können. Schade, dass er es nicht tut.
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